Der Interessenausgleich zwischen Alteingesessenen und Neuberlinern bleibt gerade auf dem Wohnungsmarkt eine große Herausforderung. Die massiven Neubaupläne insbesondere der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) zwischen Volkspark, Strausberger Platz, Ostbahnhof und Friedenstraße, treffen auf eine bereits angespannte Infrastruktur. Schulplätze sind knapp, ein Nachbarschaftszentrum und Seniorentreffpunkte fehlen, viele MieterInnen sorgen sich um ihre Wohnqualität.

Ich habe hier bereits von meinen Eindrücken vom ersten Runden Tisch der WBM zur Nachverdichtung berichtet.

Die Bezirksverordnetenversammlung hat auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossen, dass es ein integriertes Stadtentwicklungskonzept und ein Bebauungsplanverfahren für das Gebiet geben muss (DS/1752/IV). Die Umsetzung durch den grünen Baustadtrat Panhoff steht noch aus. Der Bezirk setzt aktuell nur auf eine Art § 34 plus. Es muss auf jeden Fall ein Weg gefunden werden, der verlässlich und nachhaltig sicherstellt, dass nicht sukzessive immer mehr gebaut wird.

Angesichts des Ausmaßes der Neubaupläne in unserem Kiez ist auch die Weiterentwicklung der Infrastruktur zentral. Nachverdichtung darf nicht auf Kosten von Spiel- und Sportplätzen erfolgen. Die Wohn- und Lebensqualität der AnwohnerInnen muss angemessen berücksichtigt werden, dazu gehört auch das Vermeiden von massiver Verschattung. Ich freue mich, dass jetzt ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für Friedrichshain-West erarbeitet wird und in diesem Rahmen auch zusätzliche Mittel für die Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Schon im Januar soll dazu eine erste BürgerInnenveranstaltung stattfinden.

Auch beim zweiten Runden Tisch wurde vom Bezirk keine Übersicht über alle Planungen in dem von Nachverdichtung massiv betroffenen Gebiet vorgelegt. Für den dritten Runden Tisch Ende Februar steht das nun auf der Tagesordnung. Ohne eine umfassende Gesamtübersicht über die Neubauvorhaben, können die einzelnen Projekte und die notwendige Infrastruktur nicht beurteilt werden.

Ein halbes Jahr nach der ersten großen Veranstaltung, hat die WBM die Zahl der geplanten Punkthochhäuser deutlich reduziert. Auch die auf Initiative der SPD, von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossene Forderung, nach der Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für Friedrichshain-West, wird umgesetzt. Das sind positive Zeichen. Ich werde auch 2016 dran bleiben, damit auch weitere strittige Punkte und Planungen geändert werden.

Nachverdichtung nur mit Augenmaß