Liebe Leser*innen,

Berlin hat eine neue Konzeption zur Antisemitismus-Prävention. Fast drei antisemitische Vorfälle werden in Berlin pro Tag bei der Recherchestelle RIAS gemeldet. Diese traurige Realität macht deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns gemeinsam gegen jede Form von Antisemitismus einsetzen und die Prävention weiter ausbauen.

Der Berliner Senat hat als erstes Bundesland eine eigenständige Konzeption zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Weiterentwicklung der Präventionsarbeit vorgelegt. Ich begrüße das ausdrücklich. Der Senat setzt damit einen Beschluss des Abgeordnetenhauses um, den ich mitinitiiert habe. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Stärkung der Präventionsarbeit an Schulen und in der Jugendsozialarbeit. Antisemitismus wird außerdem als Querschnittthema in der Lehrkräfteausbildung verankert.

Grundlegend für die weitere Arbeit ist der breite Handlungsansatz: Jede Form von Antisemitismus soll abgewehrt werden. Ganz egal von welchen Personen oder Personengruppen sie ausgeht. Antisemitismus wird sowohl in seiner spezifischen Besonderheit als auch im Zusammenhang mit anderen Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bekämpft werden.

Wirksame Prävention erfordert ein abgestimmtes Handeln. Dafür wird eine hauptamtliche Ansprechperson geschaffen, die die Akteure vernetzt und die vielfältigen Aktivitäten auf Landes- und Bezirksebene koordiniert.

Antisemitismus ist nicht nur gegen Juden gerichteter Hass und die Diskriminierung von Juden. Antisemitismus ist auch eine antimoderne Weltanschauung, die sich gegen den Humanismus und unsere freiheitliche Demokratie richtet. Unser Einsatz gegen Antisemitismus ist deshalb zugleich auch ein Beitrag für eine demokratische und menschliche Stadtgesellschaft. Sie können sich das neue Konzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismusprävention hier herunterladen und näher ansehen.

Ihre Susanne Kitschun

 

 

Antisemitismus noch stärker bekämpfen